Über CHIANTI
Wie lässt sich das mobile Internet produktiv in schwierigen Umgebungen wie Zügen und Autos einsetzen? Wie müssen Kommunikationslösungen beschaffen sein, die ein kontinuierliches Arbeiten trotz Unterbrechungen und sich ändernden Netzeigenschaften ermöglichen? Für diese und ahnliche Fragestellungen rund um das Thema Mobilkommunikation entwickelt jetzt sich ein internationales Konsortium aus führenden Industriepartnern und Universitäten im EU-Forschungsprojekt CHIANTI (Challenged Internet Access Network Technology Infrastructure) konstituiert, um Technologien für die robuste und kostengünstige mobile Kommunikation in schwierigen Netzumgebungen zu entwickeln, die u.a. Passagieren in Zügen ein produktives Arbeiten mit dem mobilen Internet zu ermöglichen.
Internetzugang im Flugzeugen und WLAN-Hotspots im ICE sind Beispiele für die zunehmende Popularität der mobilen Internet-Nutzung in Verkehrsmitteln. Auch wenn Konnektivität in diesen Umgebungen technisch realisiert werden kann, stellt sich für den Nutzer oft die Frage nach der Qualität der Internet-Anbindung — und für den Betreiber die Frage nach der Rentabilität, da eine permanente, flächendeckende Konnektivität in der Regel mit hohen Kosten verbunden ist. Aus diesem Grund war es in der Vergangenheit schwierig, mobile Internet-Nutzung erfolgreich zu vermarkten — Beispiele sind Datendienste für Mobiltelefone und die langsame Entwicklung der UMTS-basierten mobilen Internet-Nutzung in Europa.
Diese Schwierigkeiten sind unter anderem in grundlegenden Eigenschaften der heute verwendeten Internet-Protokolle begründet. Zu der Zeit als das Internet entworfen wurde, waren Endsysteme in der Regel stationär und durch permanente Festnetzanschlüsse verbunden. Unterstützung für sich schnell bewegende Endsysteme, die darüber hinaus kurzfristig von einem Zugangsnetz in's nächste wechseln, war kein Design-Ziel. Heutzutage ist es dagegen selbstverständlich, dass die Zukunft der Internet-Nutzung vor allem mobil sein wird — beispielsweise hat die mobile Internet-Nutzung in Japan die stationäre Nutzung in Bezug auf Nutzerzahlen bereits überholt und die Entwicklung eines neuen dynamisch wachsenden Industriezweigs ermöglicht. CHIANTI entwickelt daher Technologien, die nicht auf eine flächendeckende Netzabdeckung angewiesen sind und wird so das Arbeiten trotz Unterbrechungen, sich ändernden Netzeigenschaften usw. ermöglichen. Dabei setzt CHIANTI auf die Integration und Erweiterung bestehender und sich entwickelnder Lösungen zur Mobilitätsunterstützung. Anstatt einer radikalen Neuentwicklung wird CHIANTI mit bestehenden Internet-Kerntechnologien zusammenarbeiten und die Verwendung wichtiger bestehender Anwendungen und Systeme ermöglichen.
Anders als viele Forschungsansätze entwickelt CHIANTI Technologien, die nicht auf eine flächendeckende Netzabdeckung angewiesen sind. Stattdessen wird der CHIANTI-Ansatz das Arbeiten trotz Unterbrechungen, sich ändernde Netzeigenschaften usw. ermöglichen und damit einen wichtigen Beitrag zur produktiven Nutzung heutiger und zukünftiger Netze in mobilen und nomadischen Szenarien leisten.
CHIANTI ist ein zweijähriges "Small or medium-scale focused research project" (STREP) innerhalb der ICT-Initiative des 7. EU-Rahmenprogramms und wird von einem internationalem Konsortium mit folgenden Partnern durchgeführt: Technologiezentrum Informatik (TZI) der Universität Bremen (Koordinator), Nomad Digital Limited, Lysatiq GmbH und Technische Universität Helsinki.








